Der 1. Februar 2019 war der 75. Todestag – Anlass um in diesem Beitrag an den niederländischen Maler und bedeutendsten Vertreter der „De-Stijl-Bewegung“ –  Theoretiker des Neoplastizismus zu erinnern.

Piet Mondrian wurde am 7.3.1872 in Amersfoort, Niederlande, geboren. Er verstarb am 1.2.1944 in New York.

Mondrian entstammt einer streng calvinistischen Familie. Seine Ausbildung absolvierte er an der Rijksacademie in Amsterdam. Anfangs malte er Landschaften in der Tradition der Den Haager und Amsterdamer Schule, dann Landschaften, deren Form und Farbe einen zunehmenden Abstraktionsgrad erkennen ließen. Bald zeigte sich eine Entfernung vom Naturbild. Während Mondrian 1905-1906 wissenschaftliche Zeichnungen anfertigte, traten in seinen Landschaften bereits vermehrt malerische, rhythmische und farbdifferenzierte Werte auf. Zu seinem Stil in dieser Zeit sagte Mondrian selbst: „Das erste, was ich in meiner Malerei ändern musste, war die Farbe. Ich gab die natürliche Farbe zugunsten der reinen Farbe auf. Ich begann zu spüren, dass die Farben der Natur auf der Leinwand nicht reproduziert werden können“.

1911 ging er nach Paris, wo sein Werk unter dem Einfluss des aufkommenden Kubismus zunehmend abstrakter wurde, ein Stil, den er „Neoplastizismus“ nannte. Hierzu publizierte er auch einige Schriften und Beiträge in denen er schrieb: „Ich fühlte mich zu den Kubisten hingezogen, besonders zu Picasso und Léger und bewunderte Matisse, van Dongen und die anderen Fauves“. Von all den Abstrakten. . . fühlte ich, dass nur die Kubisten den richtigen Weg gefunden hatten, und nach einiger Zeit war ich von ihnen sehr beeinflusst“.

Während des Ersten Weltkriegs lebt Mondrian wieder in den Niederlanden, wo er Theo van Doesburg kennenlernt. Mit ihm gründet er 1917 die Zeitschrift „De Stijl“,  die sich bis 1931 im niederländischen Leiden etabliert. Während dieser Zeit beschränkt er sich in seinem Werk auf den Gebrauch horizontaler und vertikaler Linien, sowie der Primärfarben und Schwarz, Weiß, Grau. 

Zwischen 1919 und 1938 arbeitet Mondrian hauptsächlich wieder in Paris, wo viele Ausstellungen folgten. Ein wirklicher Durchbruch gelingt ihm dort jedoch gelingt nicht. Er malt für seinen Lebensunterhalt hautsächlich Blumenstillleben. Erst durch die Gruppe: Cercle et Carré erhält seine abstrakte Malerei Unterstützung. Er entwickelt sein rechtwinkliges Gittersystem weiter und setzt nur noch reine Farben ein.                                    Um 1940 siedelt er nach London und schließlich nach New York um, wo sein Werk dynamischer, farbiger und auch viel musikalischer wird. 

Das kräftige schwarze Grundgerüst, wie es in dem hier dargestellten Bild eines auf die Spitze gestellten Quadrats erkennbar ist, entfällt zugunsten einer rhythmisch und farblich belebten kleinteiligen Gliederung der Fläche, die den Rhythmus der damals zeitgenössischen Musik, des Jazz und Boogie-Woogie, widerspiegelt.

Mondrians Werk, das immer die theosophisch-philosophische Basis erkenn ließ, hatte enormen Einfluss auf die amerikanische und europäische Malerei – insbesondere auf die Konkrete Malerei und geometrische Abstraktion. Er war einer der bedeutendsten Vertreter von „De Stijl“.

Quadratkomposition in Rot Gelb und Blau, um 1925
Öl auf Leinwand, 124,8 x 124,8 cm
National Gallery of Art,
Foundation Herbert und Nannette Rothschild

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Die Malerei des 20. Jahrhunderts
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Der Autor und bekannte Kunsthistoriker, Dr. Gottlieb Leinz, beschreibt hierin anschaulich:
Die Geometrie des abstrakten Bildes. Vom Konstruktivismus zur Farbflächenmalerei.

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