Am 19.01.2019 jährte sich zum 180. Mal der Geburtstag von Paul Cezanne.

Aus diesem Anlass erinnern wir an diesen bedeutenden französischen Maler.

Paul Cezanne war ein französischer Maler, geboren am 19.01.1839 in Aix-en-Provence, gestorben ebenda am 22.10.1906.

Sein Werk ist einer der entscheidenden Ausgangspunkte für die Malerei des 20. Jahrhunderts, insbesondere für den Kubismus und Fauvismus. Cezanne gehörte zwar zu der Generation der Impressionisten und verarbeitete einige ihrer Errungenschaften (Aufhellung der Palette, atmosphärisch-flimmernde Farbigkeit, spontane, lockere Pinselführung), doch ging es ihm primär um die Verwirklichung einer neuen künstlerischen Gesetzmäßigkeit. Er wollte aus dem Impressionismus etwas Solides und

Dauerhaftes machen »wie die Kunst in den Museen«. Cezanne gelangte schließlich dazu, das Bild aus Elementarformen zu gestalten, wobei er die Gegenstände völlig aus der Farbe modellierte, der zugleich eine ordnende und konstruktive Aufgabe zukam.

Nicht nur eine Anspielung des Gegenstands, sondern dessen feste Struktur wurde damit dargestellt, wobei das lineare und farbige Gerüst offen hervortrat. 

Cezannes Name leitet sich von dem Dorf Cezanne (Dauphine) ab, aus dem seine Vorfahren stammten. 

Der Maler wuchs in Aix-en-Provence auf, wo er 1852 – 58 das College Bourbon besuchte und sich mit Emile Zola anfreundete. 1861 ging er nach Paris und schrieb sich an der Academie Suisse ein, einer Art Gegenmodell zur offiziellen Akademie, die keinen Unterricht erteilte, sondern nur Arbeitsräume stellte. Hier arbeiteten viele junge Maler und fanden

Unterstützung und Anregung bei älteren Künstlern, wie Camille Pissarro. Nach sechsmonatigem Aufenthalt und von Zweifeln an seinem Talent verunsichert, verließ Cezanne Paris, kehrte jedoch nach kurzer Banktätigkeit im Herbst 1862 dorthin zurück. Mit Erlaubnis seines Vaters bewarb er sich an der Ecole des Beaux-Arts, wurde jedoch zurückgewiesen, so dass er sein Studium wiederum an der Academie Suisse fortsetzte.

Ein Jahr nach seiner Ankunft in Paris versuchte Cezanne vergeblich, im offiziellen Salon auszustellen. Auf Initiative der jungen Künstler hin – mehr als 4000 Gemälde waren zurückgewiesen worden – gestattete man ihnen einen eigenen Salon, den Salon des Refuses (Salon der Abgewiesenen). Hier verursachte Edouard Manets Frühstück im Freien geradezu einen Skandal, erweckte aber auch Cezannes Interesse für die Groupe des Batignolles, in der Manet dominierte. Cezanne verkehrte zwar mit den jungen Künstlern, gehörte 1867-68 zusammen mit Pierre Auguste Renoir und Manet zum Künstlerkreis im Cafe Guerbois, blieb jedoch Außenseiter.

Im Jahre 1886 heiratete Cezanne seine langjährige Freundin Hortense Fiquet, die 1872 den gemeinsamen Sohn Paul geboren hatte. Die Verbindung zu den Pariser Freunden und die lange währende Freundschaft mit Emile Zola brach er ab, da dieser ihn in seiner Novelle »L’CEuvre« als neurotischen Maler Claude, der sich schließlich vor seinem Bild erhängt, geschildert hatte. In fast einsiedlerischer Abgeschiedenheit arbeitete Cezanne nun hauptsächlich in der Provence. An Gasquet schrieb er: »Die Kunst ist eine Harmonie, die parallel zur Natur verläuft…« Das Selbstbildnis trat seit 1880 in den Vordergrund. 

1895 veranstaltete der Kunsthändler Ambroise Vollard die erste Gesamtausstellung von Cezanne mit 50 Bildern. Mittlerweile waren die Impressionisten weitgehend akzeptiert, man begann langsam den unkonventionellen Reiz der Kunst Cezannes zu entdecken. Im Salon des Independants war er 1899, 1901 und 1902 vertreten. Die letzten Schaffensjahre waren intensiver Arbeit an einem alten Themenkomplex, dem monumentalen Werk „Die Badenden“, gewidmet, aus dem er sein Hauptwerk machen wollte. Ein anderes Thema, das er mit ekstatischer Besessenheit malte, ist der Mont Ste-Victoire bei Aix-en-Provence, von dem allein elf verschiedene Darstellungen existieren. 

1902 ließ er sich ein Atelier außerhalb von Aix bauen, den Pavillon des Lauves, der heute Cezanne-Museum ist.

Im Salon d’Automne von 1904 erhielt Cezanne einen ganzen Raum zur Ausstellung seiner Werke. Einige neue Bilder sandte er im gleichen Jahr zum Salon de la Libre Esthetique nach Brüssel. 1905 stellte er sowohl im Salond’Automne als auch im Salon des Independants aus. 

Cezanne starb am 22. Oktober 1906 auf dem Weg ins Atelier. Im folgenden Jahr veranstaltete man im Salon d’Automne zu Ehren des Verstorbenen eine Gedächtnisausstellung mit 56 seiner Gemälde.

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