Am 23.01.2019 jährte sich der 75.Todestag von Edvard Munch.

Aus diesem Anlass widmen wir den nachstehenden Beitrag dem norwegischen Maler, Grafiker und Bildhauer und erinnern damit an den Begründer des Expressionismus und bedeutendsten Vertreter der nordischen Malerei. 

Der norwegische Maler, Grafiker und Bildhauer gehört zu den Begründern des Expressionismus. Er ist der bedeutendste Vertreter der nordischen Malerei, und sein Werk nimmt in der Entwicklung der modernen Kunst in Europa eine wahre Schlüsselstellung ein.

Munch, differenziert im Intellekt und von einer ans Pathologische grenzenden Sensibilität, war beherrscht von einem elementaren Drang >durch die Kunst eine Erklärung für das Leben und seine Bedeutung zu suchen<. Stilistisch gelangte er über Naturalismus und Impressionismus zu einem symbolisch geprägten Expressionismus, in der Session- und Jugendstil hineinspielen. 

Im unermüdlichen Ringen um den Ausdruck geistig- seelischen Erlebens experimentierte Munch mit allen Möglichkeiten der malerischen und grafischen Techniken und zog auch die Fotografie als Arbeitsmittel mit heran. Mit den erzielten neuen Bildformen und –wirkungen hat Munch nicht nur der Malerei seines Landes die Richtung gewiesen, sondern auch auf dem Kontinent – hier vor allem in Deutschland und der Tschechoslowakei – bahnbrechend gewirkt.

Die Familie, aus der hervorragende Künstler und Wissenschaftler hervorgingen, hat für den tief mit seiner Heimat verwurzelten Munch zeit seines Lebens ein wesentliche Rolle gespielt. Krankheit, Tod und Melancholie, immer wiederkehrende Themen in seinem Oevre, sind Reflektionen über die Tragödie in seinem Elternhaus: 1868 starb die Mutter, 1877 seine Lieblingsschwester Sophie im Alter von 15 Jahren an Tuberkulose. Der plötzliche Tod des Vaters 1889 traf Munch während eines Paris-Aufenthaltes, sechs Jahre später starb sein Bruder Andreas, erst 30 Jahre alt.

Wie sehr in seiner Kunst Konfliktsituationen: Entfremdung von der Umwelt, Depression, Tragik und Zweifel an der Realität der Dinge zum Ausdruck kommen, wird u.a. in seinem 1009 entstandenen Werk „Der Schrei“ deutlich. Ähnlich wie sein Malerkollege van Gogh stand Munch zeit seines Lebens in einer persönlichen Krise und reagiert damit auf die zeithistorischen Zwänge, die in seinen Werken sichtbare Spuren hinterlassen. 

Edvard Munch, 1863-1944
Der Schrei, 1909, Öl auf Pappe, 84 x 67 cm
Oslo, Kommunes Kunstsamlinger, Munch-Museet

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