Henri Matisse Skandalausstellung in Paris wird zur Provokation

Den Künstlern in Paris standen zwei „Salons“ für Ausstellungen zur Verfügung: der seit 1884 bestehende „Salon der Unabhängigen“ und der 1903 gegründete „Herbstsalon“. Gründungsmitglied dieses Herbstsalons war Henri Matisse, der hier regelmäßig ausstellte.

Matisse organisierte 1905 auch die Gedächtnisausstellungen für Seurat und van Gogh bei den Unabhängigen, während gleichzeitig Manets Werke im Herbstsalon zu sehen waren. Der Kunsthändler Ambroise Vollard hatte 1904 erstmals Arbeiten von Matisse ausgestellt.
Bereits hier hatte sich abgezeichnet, dass Matisse kein eigentlicher Revolutionär war, sondern die Leistungen von Manet und Seurat, Gauguin und van Gogh zusammenfasste. Für alle unvorbereiteten Besucher jedoch, die 1905 den Herbstsalon aufsuchten, waren die Bilder einer Gruppe von zehn jungen Malern, die sich um Matisse gesammelt hatten, eine Provokation. Diese Skandal-Ausstellung gilt als Gründung der Fauves (Wilden).
Der Kritiker Louis Vauxcelles nannte diese Künstler, die eine derartig grelle Farbigkeit verwendeten, „Wilde“. Der Begriff wurde als Schimpfwort aufgegriffen und blieb als Stilbezeichnung bestehen.

Der Fauvismus war geboren, ein Malstil, der sich gegen die Tonmalerei und gegen den Impressionismus richtete.

Henri Matisse, 1869-1954
Luxus (I), 1907
Öl auf Leinwand, 210 x 138 cm
Paris, Musée National
d’Art Moderne, Centre Pompidou

Der vorstehende Artikel ist ein Beitrag aus dem Buch

Die Malerei des 20.Jahrhunderts“

von Gottlieb Leinz, das auch die hier gezeigten Bilder beinhaltet.

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