Der Stellenwert leuchtender Farbflächen in den Bildern der Faulsten wird erst klar, wenn wir einen Blick auf die kommenden epochalen Wandbilder von 1910 werfen. Für den Stadtpalast des russischen Industriellen und Sammlers Scukin in Moskau hatte Matisse monumentale Wandkompositionen zum Thema Tanz und Musik entworfen.

Sein Bild „Der Tanz“ vereint fünf rote Akte zu einem Reigen. Sie fassen sich an den Händen und drehen sich in schwungvoller Kreisbewegung. Dieses Wandbild, das in der Eremitage in St. Petersburg hängt, entstand 1909-10 (Öl auf Leinwand, 260 x 391 cm)

Matisse konzentriert sich auf die Farben Rot, Blau und Grün und verzichtet rigoros auf alle Details. Durch die großflächige Farbenflut gewinnt die Komposition an Energie und dekorativem Einklang.
„Mein erstes Bild“, so Matisse, „stellt einen Tanz dar, jene beschwingte Runde auf dem Hügel… Drei Farben für das große Tanzbild: das Azurblau des Himmels, das Rosa der Körper, das Grün der Hügel… Wir wollen durch die Vereinfachung der Ideen und des Plastischen heitere Würde erreichen. Ein harmonisches Ganzes ist unser einziges Ideal.“ Gleichgewicht im Bild, Harmonie und Einfachheit werden in Zukunft alle Bilder von Matisse auszeichnen. Große, fast monochrome Rächen beleben die Leinwände, auf denen sich alle Körper arabeskenhaft und frei bewegen.

Der vorstehende Artikel ist ein Beitrag aus dem Buch

Die Malerei des 20.Jahrhunderts“

von Gottlieb Leinz, das auch die hier gezeigten Bilder beinhaltet.

In diesem digitalen Werk begegnen Ihnen die Väter der Moderne von Gauguin bis Munch ebenso wie die fauvistischen Künstler um Matisse in Paris. Sie erleben den Werdegang der Künstlergemeinschaften „Bücke“ und „Blaue Reiter“ und den unabhängigen Expressionisten um Kokoschka, Schiele und Corinth sowie mit Picassos den Beginn des Kubismus, die zeitgenössische Malerei, den Dadaismus, Surrealismus, Konstruktivismus, Dadaismus, Pop Art, Fotorealismus, die Kunst von Joseph Beuys und die Malerei der Neuen Wilden.

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