Die Klarheit und Reinheit von Farbe und Formen erreichten in letzter Konsequenz nicht alle Maler des Fauvismus. Zu den engsten Freunden von Henri Matisse, dem Entdecker und Mitbegründer des Fauvismus, gehörte Albert Marquet aus Bordeaux. Er hatte 1908 das Atelier von Matisse am Quai St. Michel in Paris übernommen und von hier aus zahlreiche Stadtansichten ausgeführt. 

Marquet konzentrierte sich auf Städtebilder und Seestücke. Hätte er nicht auch gute Porträts gemalt, könnte man ihn wie Maurice Utrillo als einen modernen Vedutenmaler bezeichnen. 

Dem ruhigen Temperament des Künstlers entspricht ein inhaltlich und thematisch einheitliches Gesamtwerk. Es zeichnet sich nicht durch grelle Farbigkeit und kühne Ideen aus. Insofern gehört er zu den konservativen Anhängern des Fauvismus, der die lyrisch-verhaltene Stimmung eines Corot nicht aufgeben mochte, wie an dem hier gezeigten Bild „Le Pont Neuf“ von 1906, zu sehen ist:

Albert Marquet, 1875-1947
Le Pont Neuf, 1906
Öl auf Leinwand, 50 x 61 cm
Washington D.C., National Gallery of Art 

Der vorstehende Artikel ist ein Beitrag aus dem Buch

Die Malerei des 20.Jahrhunderts“

von Gottlieb Leinz, das auch die hier gezeigten Bilder beinhaltet.

In diesem digitalen Werk begegnen Ihnen die Väter der Moderne von Gauguin bis Munch ebenso wie die fauvistischen Künstler um Matisse in Paris. Sie erleben den Werdegang der Künstlergemeinschaften „Bücke“ und „Blaue Reiter“ und den unabhängigen Expressionisten um Kokoschka, Schiele und Corinth sowie mit Picassos den Beginn des Kubismus, die zeitgenössische Malerei, den Dadaismus, Surrealismus, Konstruktivismus, Dadaismus, Pop Art, Fotorealismus, die Kunst von Joseph Beuys und die Malerei der Neuen Wilden.

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